Spielinfo

Credit Suisse Super League, 11 Spieltag, 14.01.2026 23:30:14

Ereignisse

8"
1:0
Tor (Schuss) Joël Almada Monteiro 4. Tor
24"
2:0
Tor (Schuss) Alan Virginius 10. Tor
27"
2:1
Tor (Schuss) Brighton Labeau 29. Tor
44"
3:1
Tor (Schuss) Joël Almada Monteiro 5. Tor
51"
4:1
Tor (Schuss) Chris Bedia 12. Tor
73"
5:1
Tor (Schuss) Joël Almada Monteiro 6. Tor
81"
5:2
Tor (Schuss) Ethan Meichtry 11. Tor

Vorlagen

Spielberichte

Reporter: Rokko, ein deutliches Ergebnis. 5:2 für die Young Boys, und der Eindruck von außen war, dass Bern euch heute in allen Belangen überlegen war. Wie fällt dein erstes Fazit aus?

Rokko: Kurz und ehrlich gesagt: absolut verdienter Sieg für Bern. Da gibt es heute nichts zu beschönigen. Young Boys war uns wirklich in allen Belangen überlegen – Intensität, Tempo, Zweikampfführung, im Spiel nach vorne. Das war ein Sturmlauf, wie wir ihn diese Saison so noch nicht erlebt haben. Wir haben von der ersten Minute an gemerkt, dass wir heute einen richtig schweren Abend vor uns haben.

Reporter: Bereits früh fällt das 1:0, wenig später das 2:0 und das 3:0. Hattet ihr das Gefühl, überhaupt ins Spiel zu kommen?

Rokko: Nein, und das ist auch einer der Knackpunkte. Das frühe Gegentor nach acht Minuten wirft uns komplett aus dem Konzept. Wir wollten eigentlich kompakt stehen, erstmal Ruhe reinbringen, die ersten Minuten überstehen. Aber Bern lässt dir dafür keine Zeit. Sie pressen brutal hoch, spielen extrem vertikal und sind sofort im letzten Drittel. Beim 2:0 nach 24 Minuten ist es dann schon so, dass wir permanent hinterherlaufen. Das fühlt sich dann weniger nach Fußball an und mehr nach Schadensbegrenzung.

Reporter: Trotzdem kommt ihr kurz danach zum Anschlusstreffer.

Rokko: Ja, das 2:1 durch Brighton Labeau war in dieser Phase tatsächlich ein kleiner Hoffnungsschimmer. Aus dem Nichts, muss man fast sagen. Das zeigt dann auch seine Qualität, dass er solche Momente nutzen kann. Für einen kurzen Moment dachtest du vielleicht: Okay, wenn wir jetzt mal fünf Minuten Luft bekommen, vielleicht geht noch was. Aber das war leider nur ein sehr kurzes Aufflackern.

Reporter: Kurz vor der Pause fällt dann das 3:1.

Rokko: Genau, und das war mental brutal. Du gehst mit einem Rückstand in die Pause, aber mit 2:1 wäre zumindest noch alles offen gewesen. Das 3:1 kurz vor dem Halbzeitpfiff hat uns dann endgültig den Stecker gezogen. Auch da wieder: viel zu einfach verteidigt, zu große Abstände, kein Zugriff. Bern spielt das eiskalt aus. Das ist dann einfach Qualität.

Reporter: Nach der Pause geht es ähnlich weiter.

Rokko: Ja, leider. Das 4:1 direkt nach Wiederanpfiff ist sinnbildlich für das ganze Spiel. Wir kommen raus, wollen eigentlich etwas ändern, sind aber sofort wieder im Rückwärtsgang. Bern riecht das, drückt weiter drauf und belohnt sich. Spätestens da war klar: Heute geht es nicht mehr darum, hier irgendwas zu holen, sondern darum, das Spiel halbwegs ordentlich zu Ende zu bringen.

Reporter: Würdest du sagen, Young Boys ist aktuell so etwas wie der Kryptonit-Gegner für Thun?

Rokko: Ja, das kann man inzwischen durchaus so sagen. Egal in welcher Phase wir uns befinden, gegen Bern tun wir uns extrem schwer. Sie haben genau die Mischung, die uns Probleme bereitet: enorme Physis und extrem hohes Tempo. Sie überrennen dich regelrecht. Und wenn du dann nicht zu hundert Prozent in allen Mannschaftsteilen funktionierst, wirst du aufgefressen. Genau das ist heute passiert.

Reporter: Wie bewertest du die defensive Leistung deiner Mannschaft?

Rokko: Sehr kritisch. Das war heute defensiv eine Katastrophe, da müssen wir ehrlich sein. Wir waren zu passiv, zu weit weg vom Gegner, haben die Tiefe nicht kontrolliert. Bern kam immer wieder mit Tempo auf unsere letzte Linie, und wir hatten kaum Lösungen. Fünf Gegentore sprechen da eine klare Sprache. Das ist nicht unser Anspruch, und das wissen die Jungs auch.

Reporter: Und offensiv?

Rokko: Auch da waren wir nicht gut genug. Klar, wir machen zwei Tore, aber das kaschiert eher, als dass es etwas schönredet. Wir hatten kaum Ballbesitzphasen, kaum kontrollierten Aufbau. Oft war der Ball sofort wieder weg. Wenn du gegen Bern bestehen willst, brauchst du Phasen, in denen du das Spiel mal beruhigst, den Ball laufen lässt, ihnen den Rhythmus nimmst. Das ist uns heute überhaupt nicht gelungen.

Reporter: Man hatte das Gefühl, dass Bern euch heute den Schneid abgekauft hat.

Rokko: Das trifft es ziemlich genau. Sie waren schneller, aggressiver, zielstrebiger. In den Zweikämpfen, im Umschalten, im Pressing – überall einen Schritt voraus. Das muss man anerkennen. Young Boys hat heute gezeigt, warum sie seit Jahren zu den Topteams der Liga gehören. Das war ein Auftritt auf sehr hohem Niveau.

Reporter: Wie gehst du als Trainer mit so einem Spiel um?

Rokko: Mund abwischen und weitermachen. So einfach und gleichzeitig so schwer ist das. Du darfst jetzt nicht alles in Frage stellen, nur weil du richtig auf den Deckel bekommst. Gleichzeitig darfst du es aber auch nicht einfach abhaken. Wir werden dieses Spiel sehr genau analysieren, gerade defensiv. Wo waren die Abstände falsch, wo die Zuordnung, wo die Entscheidungsfindung. Daraus müssen wir lernen, sonst passiert uns das wieder.

Reporter: Macht so ein Spiel auch etwas mit dem Selbstvertrauen?

Rokko: Natürlich, das geht nicht spurlos an dir vorbei. Aber genau da zeigt sich, wie gefestigt eine Mannschaft ist. Wir hatten einen starken Saisonstart, viele positive Erlebnisse. Jetzt kommt ein Spiel, in dem du klar unterlegen bist. Das gehört dazu. Entscheidend ist, wie du darauf reagierst. Ich traue meiner Mannschaft absolut zu, dass sie das richtig einordnet.

Reporter: Gibt es trotz der Niederlage etwas Positives, das du mitnehmen kannst?

Rokko: Ehrlich gesagt nicht viel aus dem Spiel selbst. Vielleicht die Moral, dass wir trotz allem nicht komplett auseinandergefallen sind und noch zwei Tore gemacht haben. Aber ansonsten war das heute eine Lehrstunde. Und Lehrstunden tun manchmal mehr weh als knappe Niederlagen. Aber sie können dich auch besser machen, wenn du sie richtig nutzt.

Reporter: Ein paar Worte zum Gegner und zum Trainerkollegen?

Rokko: Absoluter Respekt. Er hat seine Mannschaft hervorragend eingestellt. Bern war extrem gut vorbereitet, sehr diszipliniert und gleichzeitig brutal effektiv. Das war ein Auftritt, der Eindruck hinterlässt. Glückwunsch zu diesem Sieg, der auch in dieser Höhe völlig in Ordnung geht. Ich wünsche ihm und den Young Boys weiterhin viel Erfolg.

Reporter: Abschließend: Wie lautet die Botschaft an deine Mannschaft?

Rokko: Kopf hoch, weiterarbeiten. Wir werden nicht an einem Spiel gemessen, sondern an der gesamten Saison. Heute waren wir chancenlos, ja. Aber das definiert uns nicht. Wichtig ist, dass wir daraus lernen und im nächsten Spiel eine Reaktion zeigen. Genau das erwarte ich von den Jungs.

Rokko

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Spielstatistiken

Ballbesitz in %
Ballrückeroberungs-Zeit (in Sek.)
Schüsse
Expected Goals (xG)
Pässe
Tacklings
Gewonnene Tacklings
Abgefangene Bälle
Paraden
Fouls
Abseits
Ecken
Freistöße
Elfmeter
0
Gelbe Karten
0
0
Gelbrote Karten
0
0
Rote Karten
0
Abwehrdurchbrüche (Direkt)
Abwehrdurchbrüche (Außen)
Abwehrdurchbrüche (Hoch)
Abwehrdurchbrüche (Versucht)
Dribbling-Erfolgsquote in %
Schusspräzision in %
Passgenauigkeit in %

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