PKO Bank Polski Ekstraklasa, 22 Spieltag, 15.01.2026 13:27:31
Reporter: Rokko, 3:2-Auswärtssieg bei GKS Katowice – wieder einmal ein extrem enges Spiel gegen Maurice. Wie fühlt sich dieser Sieg direkt nach dem Abpfiff an?
Rokko: Es fühlt sich ehrlich gesagt nach sehr viel Arbeit an. Das war eines dieser Spiele, bei denen du nach dem Schlusspfiff erstmal tief durchatmest und merkst, wie viel Energie es gekostet hat. Wir wussten schon vor dem Anpfiff, was uns erwartet. Gegen Maurice ist es nie einfach, das war schon im Hinspiel eine absolut knappe Kiste. Und auch heute sollte sich das wieder bestätigen.
Reporter: Katowice erwischt einen perfekten Start und geht früh in Führung.
Rokko: Ja, das war natürlich alles andere als ideal für uns. Nach drei Minuten liegst du auswärts 0:1 hinten, das Stadion ist da, der Gegner ist direkt im Spiel. Katowice kommt gut rein, spielt mutig, nutzt die erste echte Gelegenheit. Das zeigt auch, wie gefährlich sie sein können, wenn man nicht von Beginn an voll da ist.
Reporter: Trotzdem wirkt Piast danach sehr wach und zielstrebig.
Rokko: Absolut. Und das war für mich einer der entscheidenden Punkte heute. Wir haben uns von diesem frühen Gegentor überhaupt nicht beeindrucken lassen. Im Gegenteil: Die Jungs waren sofort da, haben den Ball gefordert, sind aggressiv gegen den Ball gewesen und hatten diesen unbedingten Willen, das Spiel noch zu drehen. Man hat richtig gespürt, dass da eine Mannschaft auf dem Platz steht, die an sich glaubt.
Reporter: Der Ausgleich fällt nur wenige Minuten später.
Rokko: Genau, und der war extrem wichtig. Leandro macht das Tor, bringt uns zurück ins Spiel. Ab diesem Moment hatte ich das Gefühl, dass wir mental da sind. Wir waren drin, wir waren präsent, und Katowice hat gemerkt: Das wird heute kein Selbstläufer.
Reporter: Noch vor der Pause dreht Piast die Partie komplett.
Rokko: Ja, und das war natürlich stark. Mit dem 2:1 und dem 3:1 haben wir uns eine gute Ausgangslage erarbeitet. Jorge Félix war da eiskalt, nutzt seine Chancen, das muss man ihm lassen. Wenn man es nüchtern betrachtet, war die Führung zur Halbzeit nicht unverdient. Wir hatten gute Phasen, waren effektiv. Aber ich sage auch ganz klar: Vielleicht war es am Ende ein Tor zu hoch.
Reporter: Also ein Spiel, das enger war, als es der Halbzeitstand vermuten ließ?
Rokko: Definitiv. Katowice war immer im Spiel. Sie hatten ihre Aktionen, ihre Momente. Es war ein typisches 50:50-Spiel, in dem auch heute die Kleinigkeiten entscheiden. Und genau deshalb war mir auch klar: Das Ding ist noch lange nicht durch.
Reporter: Direkt nach der Pause hat Piast dann seine stärkste Phase.
Rokko: Ja, das stimmt. Die ersten Minuten nach der Halbzeit waren richtig gut von uns. Wir waren dominant, hatten den Ball, haben Druck gemacht und hätten in dieser Phase vielleicht sogar das vierte Tor nachlegen können. Wenn uns das gelingt, dann wird es für Katowice extrem schwer. Aber genau das ist Fußball: Du nutzt diese Phase nicht, und dann kommt der Gegner zurück.
Reporter: Ab der 65. Minute kippt das Spiel zunehmend.
Rokko: Komplett. Katowice wurde immer stärker, immer mutiger. Sie haben höher gepresst, mehr Risiko genommen und uns zunehmend hinten reingedrückt. Man hat gemerkt, dass sie unbedingt noch etwas Zählbares mitnehmen wollen. Und dann fällt auch relativ früh das 2:3 – früh genug, um hier noch richtig Spannung reinzubringen.
Reporter: In der Schlussphase hatte man das Gefühl, dass der Ausgleich in der Luft liegt.
Rokko: Und wie. Meine Herren, wenn der Schiedsrichter da nicht abpfeift, dann fällt hier ganz sicher noch das 3:3. Katowice war drauf und dran, uns zu knacken. Über Außen, zweite Bälle, Abschlüsse – das war extrem intensiv. Wir haben in dieser Phase wirklich gekämpft und gekratzt, was das Zeug hält. Da ging es nicht mehr um Schönheit, da ging es nur noch ums Verteidigen.
Reporter: Wie bewertest du den Sieg im Gesamtkontext?
Rokko: Über die gesamte Spielzeit gesehen ist es kein unverdienter Sieg für uns. Wir hatten gute Phasen, waren effektiv und haben Moral gezeigt, nachdem wir früh zurücklagen. Aber ich sage auch ganz offen: Über ein Remis hätten wir uns nicht beschwert. Das wäre absolut im Bereich des Möglichen gewesen und hätte dem Spielverlauf auch entsprochen.
Reporter: Wieder einmal ein extrem knappes Spiel gegen Katowice und Maurice.
Rokko: Ja, und das ist irgendwie schon fast Tradition. Spiele gegen Maurice sind immer eng, immer intensiv, immer auf Augenhöhe. Er ist ein absolut starker Spieler, taktisch gut, ruhig, sehr diszipliniert. Ich verstehe ehrlich gesagt nicht, warum er nicht weiter oben angreifen kann. Für mich gehört er definitiv zu den stärkeren Trainern in dieser Liga.
Reporter: Du hast auch die Verbundenheit von Maurice zu Katowice angesprochen.
Rokko: Das finde ich richtig cool. Man merkt einfach, dass er mit diesem Verein im Herzen verbunden ist. Er ist schon so lange dort, identifiziert sich komplett mit dem Klub. Solche Geschichten machen den Wettbewerb aus. Das ist nicht einfach nur ein Team, das er trainiert – das ist seine Mannschaft.
Reporter: Zum Abschluss: Ein Wort an den Gegner?
Rokko: Ich wünsche Maurice weiterhin viel Erfolg. Katowice ist eine richtig unangenehme Mannschaft, und ich bin mir sicher, dass sie noch einigen Gegnern Punkte abnehmen werden. Für uns sind es heute drei Punkte, die wir gerne mitnehmen, auch wenn sie hart erkämpft waren. Solche Siege sind manchmal die wertvollsten.
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