PKO Bank Polski Ekstraklasa, 24 Spieltag, 27.01.2026 10:35:41
Reporter: Rokko, 5:2 auswärts bei Lech Posen. Ein Ergebnis, das erst mal klar wirkt. Wenn man den Spielverlauf kennt, fühlt es sich aber deutlich komplizierter an. Wie gehst du gerade damit um?
Rokko: Genau so, wie du es sagst. Das Ergebnis liest sich deutlicher, als sich das Spiel angefühlt hat. Direkt nach Abpfiff bist du natürlich enttäuscht, weil du weißt, dass mehr drin war. Wir kommen gut rein, wir sind mutig, wir sind präsent und gehen sogar in Führung. In dieser Phase hatte ich ein sehr gutes Gefühl. Danach verlieren wir aber komplett den Faden, und das ärgert mich brutal.
Reporter: Lass uns vorne anfangen. Das frühe 1:0 durch Lokilo. Was hat dir in dieser Anfangsphase gefallen?
Rokko: Sehr viel. Wir waren sauber in den Abläufen, haben die Zweikämpfe angenommen und hatten eine gute Balance. Wir waren nicht überdreht, aber trotzdem aktiv. Das Tor fällt nicht zufällig. Das ist eine Aktion mit Überzeugung, mit Tempo, mit Klarheit. Genau so wollten wir hier auftreten. Du hast gemerkt, dass die Jungs Bock hatten auf dieses Spiel.
Reporter: Und dann kippt es innerhalb weniger Minuten komplett. Wie erklärst du dir diese Phase?
Rokko: Das ist genau der Knackpunkt. Nach dem Ausgleich verlieren wir die Kontrolle. Nicht komplett, aber wir werden unsauber. Kleine Fehler, ein Schritt zu spät, ein Pass nicht konsequent genug. Gegen eine Mannschaft wie Lech wirst du dafür sofort bestraft. Sie brauchen nicht viele Chancen. Sie sind brutal effizient. Und dann liegst du plötzlich 4:1 hinten, obwohl das Spiel relativ ausgeglichen war.
Reporter: War das eher Kopfsache oder eher eine Frage der Qualität des Gegners?
Rokko: Beides. Lech hat enorme Qualität, da brauchen wir nicht drumherum reden. Aber wir haben ihnen auch geholfen. Wir haben ihnen Räume gegeben, die wir ihnen nicht geben dürfen. Wir waren in dieser Phase nicht griffig genug. Das ist dann auch eine mentale Sache. Du bekommst Gegentore, das Stadion kommt, und dann musst du extrem stabil sein. Das waren wir in dieser Phase nicht.
Reporter: Nach dem 4:1 hätte man erwarten können, dass Piast auseinanderfällt. Das Gegenteil war der Fall.
Rokko: Absolut. Und das ist etwas, das ich der Mannschaft hoch anrechne. Wir haben uns danach aufgebäumt. Wir haben das Spiel komplett an uns gerissen. Wir hatten Ballbesitz, wir hatten Kontrolle, wir hatten Chancen. Hochkaräter. Da waren Situationen dabei, da musst du mindestens ein, zwei vllt. sogar drei oder vier Tore machen. In dieser Phase hatte ich das Gefühl, dass ein Ausgleich oder sogar eine komplette Wende drin ist.
Reporter: Das 4:2 durch Sanca fällt dann auch relativ früh in der zweiten Halbzeit.
Rokko: Genau. Und das hat das Gefühl nochmal verstärkt. Du merkst, dass Lech nervös wird. Sie ziehen sich zurück, sie verteidigen tief. Wir drücken, wir kombinieren, wir kommen immer wieder in gute Zonen. Das Spiel war da komplett auf unserer Seite. Wenn wir da das 4:3 machen, dann bin ich überzeugt, dass hier alles möglich ist.
Reporter: Stattdessen fällt kurz vor Schluss das 5:2 für Lech.
Rokko: Das ist dann sinnbildlich für das Spiel. Wir werfen alles nach vorne, sind offen, wollen den Anschluss. Lech bekommt eine Situation und macht sie eiskalt rein. Genau das ist der Unterschied heute gewesen. Effizienz. Sie nutzen ihre Chancen. Wir eben nicht. Und am Ende steht dann dieses Ergebnis, das dem Spielverlauf einfach nicht gerecht wird.
Reporter: Du sagst selbst, eigenes Unvermögen war entscheidend. Ist das fast schlimmer, als klar unterlegen zu sein?
Rokko: Ja, ehrlich gesagt schon. Wenn du klar schlechter bist, dann akzeptierst du das schneller. Heute aber weißt du, dass du genug Chancen hattest, um hier etwas mitzunehmen. Das tut weh. Das geht dir nach. Weil du weißt, dass du dir das Stück weit selbst kaputt gemacht hast.
Reporter: Wie geht man mit so einer Niederlage um, gerade mental?
Rokko: Indem man ehrlich bleibt. Wir müssen nichts schönreden. Wir müssen aber auch nichts zerreden. Die Leistung nach dem 4:1 war stark. Darauf können wir aufbauen. Gleichzeitig müssen wir lernen, solche Phasen früher zu stoppen. Gegen Topteams darfst du nicht zehn Minuten weg sein. Das wird sofort bestraft.
Reporter: Ein Wort noch zu Lech Posen. Was zeichnet sie aus?
Rokko: Effizienz, Erfahrung, Ruhe. Sie wissen genau, wann sie Tempo machen müssen und wann sie das Spiel beruhigen. Das ist eine Mannschaft, die nicht nervös wird. Selbst als wir Druck gemacht haben, hatten sie immer das Gefühl, dass sie jederzeit zuschlagen können. Das ist Qualität.
Reporter: Du hast vorhin nach dem Spiel dem Coach gratuliert. Gibt es da noch eine persönliche Note?
Rokko: Erstmal Glückwunsch an ihn. Verdienter Sieg, auch wenn das Ergebnis zu hoch ist. Und dann ist da natürlich diese kleine persönliche Verbindung. Er Nürnberger, ich Schalker. Da kannst du dir vorstellen, dass da eine positive Einstellung zueinander vorhanden ist. Schalke und der FCN, dass verbindet. Aber genau das macht Fußball ja auch aus. Diese tolle Geschichten gehören da dazu. Selbst „fremde“ Menschen magst du wegen solchen Dingen - überragend welch eine Strahlkraft der Fußball hat.
Reporter: Mit etwas Abstand. Was nimmst du aus diesem Spiel mit?
Rokko: Dass wir mit solchen Gegnern mithalten können. Dass wir auswärts bei Lech Posen nicht untergehen. Aber auch, dass wir lernen müssen, Spiele cleverer zu spielen. Wenn du so viele Chancen hast, musst du mindestens ein paar weitere Tore machen. Dann sieht alles anders aus.
Reporter: Zum Abschluss. Wie blickst du nach vorne?
Rokko: Positiv. Trotz der Niederlage. Die Mannschaft lebt, sie glaubt an sich. Wir müssen an Kleinigkeiten arbeiten, an der Effizienz, an der Stabilität in kritischen Phasen. Aber ich bin überzeugt, dass wir aus so einem Spiel stärker rausgehen können. Und dann kommen auch wieder die Ergebnisse.
Reporter: Danke dir für die offenen Worte, Rokko.
Rokko: Sehr gerne.
Top Bericht 👏💪🏻 spiegelt das Spiel sehr gut wieder 🤝 auch danke für die lieben Worte 🙈 Schalke und der FCN!
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