PKO Bank Polski Ekstraklasa, 7 Spieltag, 27.01.2026 10:39:54
Reporter: Rokko, ein 1:7 Zuhause gegen Lech Posen. Das ist ein Ergebnis, das erst mal richtig weh tut, egal wie man es dreht. Wie fühlt sich das für dich gerade an?
Rokko: Beschissen, dass brauche ich gar nicht beschönigen. So ein Ergebnis nimmst du mit nach Hause, das bleibt erst mal hängen. Gleichzeitig bin ich jemand, der versucht, Dinge einzuordnen. Und wenn wir ehrlich sind, dann haben wir heute gegen eine Mannschaft gespielt, die uns in allen Belangen überlegen war. Das muss man so klar sagen. Lech war schneller, wacher, aggressiver, sauberer im Ballbesitz und eiskalt vor dem Tor. Das ist bitter, aber auch die Wahrheit.
Reporter: Du sagst, Lech war klar besser. Trotzdem hört man von dir schon wieder diesen Versuch der Einordnung. Ist das wichtig für dich?
Rokko: Extrem wichtig. Fußball ist ein Ergebnissport, ja, aber wenn du nur auf die nackten Zahlen schaust, lernst du nichts. Wir hatten andere Spiele, in denen wir spielerisch auf Augenhöhe waren, Chancen hatten, vielleicht sogar hätten punkten können, wenn wir effizienter gewesen wären. Heute war das anders. Heute haben wir uns zwar in Teilen besser verkauft, als es das Ergebnis vermuten lässt, aber unterm Strich verlierst du absolut verdient. Und das muss man akzeptieren, sonst belügt man sich selbst.
Reporter: Hattest du vor dem Spiel damit gerechnet, dass es so ein Abend werden könnte?
Rokko: Dass es schwer wird, ja. Dass Lech ein anderes Kaliber ist, war uns allen klar. Das sind Spiele, in denen du Bonuspunkte holen kannst, aber nicht musst. Ich bin ehrlich: Dass wir so chancenlos sind, habe ich nicht erwartet. Vor allem diese Anfangsphase hat uns komplett den Stecker gezogen. Du bist noch gar nicht richtig im Spiel, und plötzlich steht es 0:2, 0:3, 0:4. Dann läufst du nur noch hinterher.
Reporter: Die ersten 30 Minuten waren brutal.
Rokko: Brutal ist das richtige Wort. Lech hat uns da überrollt. Jeder Fehler von uns wurde gnadenlos bestraft. Und das ist genau der Unterschied zu solchen Top-Teams. Die brauchen keine Einladung zweimal. Du machst einen Schritt zu spät, bist einen Meter zu weit weg – und zack, klingelt es. Das ist Qualität. Das ist auch Erfahrung. Und davon haben sie einfach mehr als wir.
Reporter: Wie hast du deine Mannschaft in dieser Phase erlebt?
Rokko: Überfordert, wenn ich ehrlich bin. Nicht vom Willen her, sondern vom Tempo und von der Klarheit im Spiel. Wir wollten, wir haben versucht, dagegenzuhalten, aber du merkst relativ schnell: Heute bist du einen Schritt langsamer. Im Kopf, in den Beinen, einfach insgesamt. Und wenn das gegen so einen Gegner passiert, dann wird es ganz schnell ganz deutlich.
Reporter: Trotzdem kommt kurz vor der Pause noch das 1:5. Hat das irgendetwas verändert?
Rokko: Emotional vielleicht kurz. Du hoffst, dass du zumindest mit einem etwas besseren Gefühl in die Kabine gehst. Aber dann kassierst du praktisch im Gegenzug wieder zwei Tore. Und da war dann auch klar: Heute geht es nicht mehr darum, hier irgendwas zu drehen. Heute geht es darum, Haltung zu bewahren. Nicht auseinanderzufallen.
Reporter: Kann so ein Spiel auch lehrreich sein?
Rokko: Absolut. Und das sage ich nicht als Floskel. Solche Spiele zeigen dir ehrlich, wo du stehst. Sie zeigen dir, was dir fehlt, um auf diesem Niveau mitzuhalten. Und sie zeigen dir auch, dass du Demut brauchst. Dass du arbeiten musst. Viel arbeiten. Wenn wir aus so einem Spiel nichts mitnehmen, dann wäre das das Schlimmste.
Reporter: Wie gehst du jetzt mit der Mannschaft um?
Rokko: Ruhig, sachlich, klar. Es bringt nichts, jetzt draufzuhauen. Die Jungs wissen selbst, dass das heute nicht gereicht hat. Wichtig ist, dass wir den Kopf nicht verlieren. Mund abputzen, weitermachen. Genau so. Wir hatten schon bessere Tage, wir werden auch wieder bessere Tage haben. Entscheidend ist, wie du mit solchen Abenden umgehst.
Reporter: Lass uns über den Gegner sprechen. Lech Poznań hat heute ein Ausrufezeichen gesetzt.
Rokko: Absolut. Chapeau, wirklich. Das war eine Machtdemonstration. Sie waren in allen Phasen des Spiels besser. Und das meine ich ohne jegliche Ironie. Sie haben uns gezeigt, was möglich ist, wenn alles zusammenpasst. Tempo, Präzision, Abschlussstärke. Das war schon beeindruckend.
Reporter: Gibt es etwas, das du an Lech besonders hervorheben möchtest?
Rokko: Ihre Kaltschnäuzigkeit. Und ihre Konsequenz. Die haben keine Gnade gekannt. Andere Mannschaften lassen dich vielleicht noch mal atmen, Lech nicht. Und genau deshalb stehen sie da, wo sie stehen. Dafür habe ich großen Respekt.
Reporter: Auch ein Wort zum Trainerkollegen?
Rokko: Auf jeden Fall. Zimmerinho69 hat seine Mannschaft perfekt eingestellt. Man hat gesehen, dass da ein klarer Plan dahintersteckt. Und das Ergebnis gibt ihm recht. Solche Leistungen kommen nicht von ungefähr. Dafür ziehe ich den Hut.
Reporter: Wie blickst du jetzt auf die kommenden Spiele?
Rokko: Fokussiert. Wir dürfen uns von so einem Spiel nicht runterziehen lassen. Es ist ein Rückschlag, ja. Aber es ist kein Weltuntergang. Entscheidend ist, dass wir unsere Lehren daraus ziehen und im nächsten Spiel eine Reaktion zeigen. Das erwarte ich von meiner Mannschaft. Und davon bin ich überzeugt, dass sie das kann.
Reporter: Gibt es etwas, das du den Fans mitgeben möchtest?
Rokko: Danke für den Support, auch an so einem Abend. Das ist nicht selbstverständlich. Wir wissen, dass wir heute enttäuscht haben. Aber wir arbeiten daran, Versprochen.
Reporter: Danke dir für die offenen Worte, Rokko.
Rokko: Selbstverständlich.
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