PKO Bank Polski Ekstraklasa, 5 Spieltag, 02.01.2026 15:17:37
Reporter: Rokko, erstes Ligaspiel gewonnen, 5:3 gegen GKS Katowice. Wenn man den Spielverlauf sieht, fühlt sich das wahrscheinlich noch ein Stück intensiver an als ein „normales“ Erfolgserlebnis, oder?
Rokko: Ja, definitiv. Das war heute kein Spiel, wo du irgendwann entspannt auf der Bank sitzt und weißt, das Ding ist durch. Ganz im Gegenteil. Das war emotional, das war anstrengend, das war wild. Aber genau deswegen fühlt es sich gerade richtig gut an. Nach zwei Niederlagen zum Start, nach diesem Pokalspiel, wo wir zwar gut waren, aber wieder verloren haben, war das heute extrem wichtig – für den Kopf, für die Mannschaft, für das ganze Umfeld.
Reporter: Der Start lief erneut nicht ideal. Wieder ein frühes Gegentor, 0:1 nach wenigen Minuten. Wie hast du diesen Moment erlebt?
Rokko: Ich hab innerlich kurz durchgeatmet, ehrlich gesagt. Weil genau das war ja unser Thema in den letzten Spielen: früher Rückstand, direkt hinterherlaufen. Und dann kommt dieses Gegentor, und du siehst die Jungs kurz schauen, so nach dem Motto: „Nicht schon wieder.“ Da war der Kopf heute entscheidend. Und das habe ich der Mannschaft hoch angerechnet. Wir sind nicht eingebrochen, wir sind nicht hektisch geworden. Wir haben einfach weitergemacht.
Reporter: Man hatte den Eindruck, dass Piast sich Schritt für Schritt ins Spiel gearbeitet hat.
Rokko: Genau so war es. Wir waren nicht sofort überlegen, das will ich gar nicht behaupten. Katowice war gut organisiert, giftig in den Zweikämpfen, sehr mutig nach vorne. Aber wir haben angefangen, unsere Räume besser zu besetzen, ruhiger zu spielen, den Ball laufen zu lassen. Und dann kommst du rein ins Spiel. Das 1:1 war extrem wichtig, weil es uns Sicherheit gegeben hat. Ab da hast du gemerkt: Okay, wir können heute was holen.
Reporter: Mit der Zeit drehte Piast das Spiel komplett und ging sogar mit 3:1 in Führung. In dem Moment sah es nach einer klaren Sache aus.
Rokko: Ja, aber genau da liegt auch die Krux. Fußball ist halt kein Spiel, das nach Logik funktioniert. Wir machen das 2:1, wir machen das 3:1, und eigentlich hast du das Gefühl, wir haben das jetzt im Griff. Aber Katowice hat sich nicht aufgegeben. Und das muss man ganz klar sagen: Die haben heute richtig gut Fußball gespielt. Die sind drangeblieben, haben weiter nach vorne gespielt, haben an sich geglaubt. Und dann steht es plötzlich 3:3.
Reporter: War das aus deiner Sicht verdient?
Rokko: Ja, absolut verdient. Wenn eine Mannschaft nach einem 1:3 so zurückkommt, dann hast du etwas richtig gemacht. Die haben uns vor Probleme gestellt, immer wieder, besonders über die Halbräume. Wir waren da phasenweise zu passiv, haben nicht konsequent genug verteidigt. Und dann wirst du bestraft. So ehrlich muss man sein.
Reporter: Ab dem 3:3 wirkte das Spiel völlig offen.
Rokko: Es war ein klassisches 50/50-Spiel. Beide Teams hätten es ziehen können. Du hattest Situationen auf beiden Seiten, es ging rauf und runter, keine Mannschaft wollte sich mit dem Punkt zufriedengeben. Und genau in solchen Spielen brauchst du dann entweder absolute Abgezocktheit – oder dieses kleine Quäntchen Glück. Und das war heute auf unserer Seite.
Reporter: Besonders Erik Jirka stach heraus, gleich vier Treffer. Wie wichtig war er heute?
Rokko: Enorm wichtig. Erik hatte heute diesen Flow. Du hast gemerkt, der ist voll im Spiel, der glaubt an sich, der will Verantwortung übernehmen. Und dann passieren solche Spiele. Aber ich will das nicht nur auf ihn reduzieren. Das ist immer das Produkt der ganzen Mannschaft. Wenn du ihn nicht fütterst, wenn die Abläufe nicht stimmen, macht er auch keine vier Buden. Trotzdem: Chapeau, das war ein überragender Auftritt.
Reporter: Auch Dalmau hat wieder getroffen, diesmal zum Endstand. Siehst du da eine klare Entwicklung?
Rokko: Ja, absolut. Er kommt immer besser rein. Nach den ersten Spielen war noch ein bisschen Sand im Getriebe, aber das ist normal. Jetzt merkst du, dass er sich wohler fühlt, dass die Abläufe klarer werden. Sein Tor am Ende war sinnbildlich: Ruhe bewahrt, sauber abgeschlossen, Deckel drauf. Das sind genau die Momente, die dir Spiele gewinnen. Und nebenbei noch zwei Assists gesammelt, toller Aufwärtstrend!
Reporter: Was hat dir heute insgesamt am besten gefallen?
Rokko: Die Reaktion. Nicht nur nach dem frühen Gegentor, sondern auch nach dem 3:3. In den letzten Spielen hätten wir so ein Spiel vielleicht noch aus der Hand gegeben. Heute nicht. Wir sind drangeblieben, haben weiter nach vorne gespielt, haben uns nicht versteckt. Das ist ein Schritt nach vorne. Kein riesiger, aber ein wichtiger.
Reporter: Und wo siehst du trotz des Sieges noch Luft nach oben?
Rokko: Defensiv, ganz klar. Wir kassieren wieder drei Gegentore. Das ist zu viel. Da müssen wir kompakter werden, klarer in unseren Entscheidungen, aggressiver in den entscheidenden Situationen. Offensiv sind wir auf einem guten Weg, aber Fußball gewinnst du langfristig nur, wenn du auch stabil stehst. Das wissen die Jungs, das weiß ich, und daran werden wir arbeiten.
Reporter: Wie fällt dein Fazit zu GKS Katowice aus?
Rokko: Großes Kompliment, wirklich. Das war ein starkes Spiel von ihnen, sehr mutig, sehr sauber gespielt. Das hätte heute auch in die andere Richtung kippen können, ohne dass man sich beschweren dürfte. Ich wünsche ihm wirklich viel Erfolg für den weiteren Saisonverlauf. Solche Trainerkollegen brauchst du in der Liga, sie sind eine absolute Bereichung.
Reporter: Zum Abschluss: Wie wichtig ist dieser erste Sieg für dich persönlich?
Rokko: Extrem wichtig. Nicht nur für mich, sondern für alle. Für die Jungs, für das Trainerteam, für den Verein. Du arbeitest jeden Tag, investierst viel, und dann willst du auch irgendwann belohnt werden. Heute war so ein Tag. Wir genießen das jetzt kurz, aber nicht zu lange. Das soll ein Anfang sein. Ich hoffe, dass es von nun an ein bisschen besser läuft. Und ehrlich gesagt: Ich bin gespannt, was noch kommt.
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