PKO Bank Polski Ekstraklasa, 21 Spieltag, 18.02.2026 10:02:38
Reporter: Rokko, am Ende steht hier ein 2:2 gegen Lechia Gdańsk. Wenn man sich die 90 Minuten anschaut – fühlt sich das eher wie zwei verlorene Punkte an oder wie ein gewonnener Zähler?
Rokko: Boah… ehrlicherweise beides! Wenn du 2:0 zur Pause führst, zu Hause, dann willst du das Ding natürlich ziehen. Keine Frage. Dann fühlt sich das erstmal nach zwei verlorenen Punkten an. Aber wenn man das gesamte Spiel betrachtet, gerade die Schlussphase – dann muss man auch sagen: Wir können mit diesem Punkt leben. Es war am Ende ein relativ gerechtes Remis.
Reporter: Lechia wollte viel Ballbesitz, viel Kontrolle. Genau das war ja auch zu erwarten.
Rokko: Ja, absolut. cr7mbr7 lässt seine Mannschaft einen sehr sauberen, strukturierten Ball spielen. Viel Ruhe im Aufbau, viele kurze Pässe, viel Geduld. Und wir? Wir sind halt anders. Wir wollen schnell umschalten, schnell ins letzte Drittel, Abschlüsse suchen. Zwei völlig unterschiedliche Ansätze – und genau das hat man auch gesehen.
Reporter: Zu Beginn hatte man aber das Gefühl, dass Lechia besser ins Spiel kommt.
Rokko: Definitiv. Wir haben ein paar Minuten gebraucht, um reinzufinden. Sie hatten viel Ballbesitz, wir sind ein bisschen hinterhergelaufen. Nicht wild, nicht kopflos – aber wir waren noch nicht richtig im Zugriff. Da dachte ich schon: Okay, heute musst du geduldig bleiben.
Reporter: Und dann kippte es.
Rokko: Genau! Und das war stark von uns. Wir haben es geschafft, das mittlere Drittel immer wieder brandgefährlich zu überbrücken. Ein, zwei Kontakte – zack – sind wir im letzten Drittel. Und plötzlich merkst du: Lechia fühlt sich nicht mehr ganz so wohl.
Reporter: Das 1:0 durch Chrapek in der 29. Minute – schön rausgespielt.
Rokko: Traumhaft rausgespielt! Genau so wollen wir das sehen. Schnell, direkt, zielstrebig. Michal macht das aktuell richtig gut, hat ein super Timing für diese Läufe. Das war ein Dosenöffner. Und ab da waren wir komplett da.
Reporter: Und dann kurz vor der Pause das 2:0 durch Dalmau.
Rokko: Ja! Und wieder sauber ausgespielt. Wir bleiben unserer Linie treu, spielen nicht ewig hinten rum, sondern suchen die Tiefe. Dalmau ist einfach eiskalt, wenn er diese Räume bekommt. Mit 2:0 in die Pause zu gehen, nachdem du anfangs etwas gewackelt hast – das fühlt sich richtig gut an.
Reporter: Was war dein Plan für die zweite Halbzeit?
Rokko: Klar war: Lechia wird kommen. Sie werden nicht plötzlich aufhören, Fußball zu spielen. Wir wollten kompakt bleiben, die Außen besser verteidigen und selbst weiter Nadelstiche setzen. Und genau da liegt der Knackpunkt.
Reporter: Ihr kommt nicht gut raus.
Rokko: Überhaupt nicht! Und das ärgert mich. Wir pennen zweimal, und zwar identisch. Beide Tore fallen über die Außen, beide Male kommt der Querpass, beide Male stehen wir nicht sauber. Das darf uns so nicht passieren. Wenn du weißt, dass der Gegner viel über Ballzirkulation und Breite kommt, dann musst du genau da hellwach sein.
Reporter: Das 2:1 in der 49. Minute – hat man da schon gemerkt, dass es kippen könnte?
Rokko: Ja. Du spürst sofort die Energie. Stadion wird lauter, Gegner bekommt Rückenwind. Und dann nur sieben Minuten später das 2:2 – wieder über außen, wieder Querpass. Das tut weh. Da bringst du dich selbst um deine komfortable Führung.
Reporter: War das ein mentales Problem oder eher taktisch?
Rokko: Mischung aus beidem. Taktisch waren wir einen Tick zu passiv auf dem Flügel. Mental vielleicht einen Moment zu sicher. Und Fußball bestraft dich sofort, wenn du nur zwei, drei Prozent nachlässt.
Reporter: Danach war es ein offenes Spiel.
Rokko: Total offen. Beide Mannschaften hatten ihre Chancen. Wir hatten Umschaltsituationen, wo wir es nicht sauber zu Ende spielen. Lechia hatte wieder längere Ballbesitzphasen. Es war ausgeglichen, intensiv, aber nicht mehr ganz so wild wie in den Minuten nach dem Ausgleich.
Reporter: Zum Ende hin wurde Lechia nochmal stärker.
Rokko: Ja, das muss man ehrlich sagen. In den letzten zehn, fünfzehn Minuten hatten sie nochmal diese Phase, wo du denkst: Jetzt kann es fallen. Da hatten wir auch ein bisschen Glück – oder sagen wir: einen guten Torwart und gute letzte Aktionen in der Defensive.
Reporter: Also am Ende ein gerechtes 2:2?
Rokko: Ja. Wenn du nur auf die erste Halbzeit schaust, musst du gewinnen. Wenn du die zweite Halbzeit isoliert betrachtest, kannst du auch verlieren. Deshalb sage ich: unterm Strich gerecht.
Reporter: Was nimmst du positiv mit?
Rokko: Unsere Art Fußball zu spielen. Wenn wir ins Umschalten kommen, wenn wir das mittlere Drittel schnell überbrücken – dann sind wir brandgefährlich. Das hat man heute wieder gesehen. Zwei richtig schön herausgespielte Tore, mehrere gute Ansätze darüber hinaus. Das macht mir Mut.
Reporter: Und woran müsst ihr arbeiten?
Rokko: Klar an der Konstanz über 90 Minuten. Wir dürfen nach einer Führung nicht denken, dass es von alleine weiterläuft. Gerade gegen Teams wie Lechia, die so viel Kontrolle und Ruhe ausstrahlen, musst du bis zur letzten Minute voll da sein.
Reporter: Ein paar Worte zum Trainerkollegen cr7mbr7?
Rokko: Sehr angenehm, wie immer. Seine Mannschaft ist klar strukturiert, jeder weiß, was er zu tun hat. Viel Ballbesitz, viel Geduld – das ist kein Zufall. Ich mag solche Duelle, weil es unterschiedliche Philosophien sind. Das macht es spannend.
Reporter: Bist du zufrieden mit dem Punkt?
Rokko: Zufrieden ist vielleicht nicht das perfekte Wort… aber ich bin fein damit. Nach dem Spielverlauf kannst du nicht nur hadern. Klar hätten wir das 2:0 verteidigen müssen. Aber wir sind auch nicht eingebrochen, wir haben weiter dagegengehalten.
Reporter: Was sagst du deiner Mannschaft jetzt?
Rokko: Dass sie stolz auf die erste Halbzeit sein kann – und kritisch mit der zweiten umgehen muss. Wir analysieren die Gegentore ganz genau. Und dann geht’s weiter. Wir wissen, was wir können. Aber wir wissen auch, dass wir noch Schritte gehen müssen.
Reporter: Rokko, danke dir für die offenen Worte.
Rokko: Sehr gerne. Und Glückwunsch an Lechia für ein starkes Spiel – ich freue mich schon aufs nächste Spiel.
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