Eredivisie, 3 Spieltag, 06.04.2026 22:12:47
Reporter: Rokko, das war wirklich ein Spiel mit allem, was dazugehört – sieben Tore, Spannung bis zur letzten Sekunde und am Ende eine knappe Niederlage. Wie geht es dir direkt nach so einem Spiel?
Rokko: Puh… schwierig. Einerseits bin ich natürlich enttäuscht, weil du so ein Spiel nicht gerne verlierst – vor allem nicht so spät. Andererseits muss ich auch sagen: Ich bin stolz auf meine Mannschaft. Wir haben heute ein gutes Spiel gemacht, uns nie aufgegeben und sind immer wieder zurückgekommen.
Reporter: Du sprichst es an – ihr wart eigentlich die ganze Zeit im Rückstand. Wie frustrierend ist das im Spielverlauf?
Rokko: Das ist extrem anstrengend, sowohl mental als auch spielerisch. Du läufst ständig einem Rückstand hinterher, musst immer reagieren, kannst nie selbst das Spiel kontrollieren. Und trotzdem haben die Jungs das richtig gut gemacht. Wir sind dreimal zurückgekommen – das zeigt schon den Charakter der Mannschaft.
Reporter: Schon früh das 0:1 durch Owusu. Hattet ihr euch den Start anders vorgestellt?
Rokko: Klar, du willst immer gut ins Spiel kommen. Aber wir wussten auch, dass Telstar eine richtig starke Truppe ist. Das hat man direkt gemerkt. Sie waren sofort da, haben Druck gemacht und ihre erste Chance direkt genutzt.
Reporter: Die Antwort kam aber schnell – Zeefuik mit dem 1:1 nur fünf Minuten später.
Rokko: Genau, und das war extrem wichtig. In so einem Spiel darfst du dich nicht verunsichern lassen. Wir haben direkt reagiert und gezeigt, dass wir absolut mithalten können.
Reporter: Trotzdem wieder der Rückschlag nach der Pause – das 2:1 durch Hardeveld. Was lief da schief?
Rokko: Das war leider so ein bisschen sinnbildlich für das Spiel. Wir hatten immer wieder Szenen, in denen wir uns hinten unnötig unter Druck gebracht haben. Teilweise waren das einfach schwache Zuspiele in der letzten Reihe. Und gegen so einen Gegner wirst du dafür sofort bestraft.
Reporter: Würdest du sagen, dass genau das der Knackpunkt war?
Rokko: Ja, definitiv. Telstar hat das richtig gut gemacht, das muss man auch anerkennen. Sie haben unsere Fehler eiskalt ausgenutzt. Das ist Qualität. Aber wir haben es ihnen in manchen Situationen auch zu einfach gemacht.
Reporter: Trotzdem wieder die Reaktion – Reine-Adélaïde mit dem 2:2. Das war wieder so ein Moment, wo man dachte: Jetzt kippt das Spiel vielleicht.
Rokko: Genau, das Gefühl hatte ich auch kurz. Wir waren drin im Spiel, haben uns die Chancen erarbeitet und waren absolut auf Augenhöhe. Aber leider hat es nicht lange gehalten.
Reporter: Nur drei Minuten später das 3:2 für Telstar. Das muss wehgetan haben.
Rokko: Ja, das war bitter. Du arbeitest dich zurück, investierst viel – und bekommst direkt wieder den Nackenschlag. Aber genau da muss ich meiner Mannschaft ein großes Kompliment machen: Wir haben uns davon nicht runterziehen lassen.
Reporter: In der 72. Minute dann das 3:3 durch Žamburek. Da war wieder alles offen.
Rokko: Absolut. Und zu dem Zeitpunkt war das auch nicht komplett unverdient. Wir haben weiter dran geglaubt, weiter gespielt und uns belohnt. Ich hatte da wirklich das Gefühl, dass wir vielleicht sogar noch den Sieg holen können - wenn auch etwas glücklich, da Telstar über das gesamte Spiel gesehen schon die leicht bessere Mannschaft war.
Reporter: Aber dazu kam es nicht – stattdessen das 4:3 in der 91. Minute. Wie hast du diese Szene erlebt?
Rokko: Das ist natürlich der Worst Case. Wenn du so spät ein Gegentor kassierst, ist das einfach brutal. Da bleibt dir keine Zeit mehr zu reagieren. Und dann stehst du da und weißt: Das war’s.
Reporter: Würdest du sagen, der Zeitpunkt macht die Niederlage besonders bitter?
Rokko: Auf jeden Fall. Wenn du so spät verlierst, tut das immer doppelt weh. Vor allem, weil ein Remis möglich war, irgendwo bei so vielen Rückschlägen und Comebacks dann auch nicht unverdient. Vielleicht wäre es ein bisschen glücklich gewesen, aber definitiv nicht unverdient.
Reporter: Trotzdem sagst du, dass Telstar insgesamt die bessere Mannschaft war?
Rokko: Ja, das muss man fairerweise sagen. Sie waren über die 90 Minuten gesehen einen Tick besser, vor allem in der Konsequenz. Sie haben ihre Chancen genutzt und unsere Fehler bestraft. Deshalb geht der Sieg am Ende auch in Ordnung.
Reporter: Was nimmst du aus diesem Spiel mit?
Rokko: Zwei Dinge. Erstens: Wir können mit solchen Gegnern absolut mithalten. Das hat die Mannschaft heute gezeigt. Zweitens: Wir müssen hinten sauberer spielen. Solche kleinen Fehler entscheiden auf diesem Niveau Spiele.
Reporter: Trotz der Niederlage wirkst du nicht komplett niedergeschlagen.
Rokko: Klar ärgert es mich, keine Frage. Aber ich sehe auch die Leistung. Und die war gut. Die Jungs haben alles reingehauen, sind immer wieder zurückgekommen und haben Moral gezeigt. Darauf kann man aufbauen.
Reporter: Wie wichtig ist diese Moral für die kommenden Spiele?
Rokko: Extrem wichtig. Du wirst in einer Saison immer wieder schwierige Spiele haben. Wenn du dann weißt, dass du dich zurückkämpfen kannst, gibt dir das Selbstvertrauen.
Reporter: Noch ein Wort zum Gegner – du hast sie schon gelobt.
Rokko: Ja, absolut. Das war heute ein richtig starker Auftritt von Telstar. Sie haben ein sehr gutes Spiel gemacht und waren einfach effektiv. Glückwunsch an meinen Trainerkollegen – das war top.
Reporter: Und zum Abschluss: Was sagst du deiner Mannschaft nach so einem Spiel in der Kabine?
Rokko: Ich habe ihnen gesagt, dass sie den Kopf oben behalten sollen. Klar, das Ergebnis tut weh, aber die Leistung stimmt. Wenn wir so weitermachen und die kleinen Fehler abstellen, werden wir solche Spiele auch mal gewinnen.
Reporter: Rokko, danke dir für deine Zeit.
Rokko: Sehr gerne!
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