Zwischen Espresso und Vertragsgesprächen

Überraschung im Nordosten Italiens. Coach Kopite übernimmt Udinese Calcio, nachdem er den Controller an den Nagel hängte.

Nach einer intensiven Zeit an der Seitenlinie der Eagles, hatte sich der Coach in ein Sabbatical verabschiedet. Offiziell wollte er Abstand vom Tagesgeschäft gewinnen und die kommenden Monate ohne sportliche Verpflichtungen verbringen. Zu viel war los um weiterhin bei Crystal Palace am Ruder zu bleiben. Und so sagte man sich los vom Trainergeschehen und kehrte EA FC 26 den Rücken.

Doch in Italien begannen in dieser Woche die Gerüchte zu kreisen.

An einem sonnigen Vormittag tauchten erste Berichte aus Turin auf. Kopite wurde zusammen mit seinem langjährigen Agenten auf der Terrasse des Café Mulassono im Stadtzentrum gesehen. Vor ihm ein Bicerin Caffé - doch erstmal sah es nur nach einem Städtetrip in Piemont mit einem alten Freund aus.

Die Spekulationen nahmen jedoch Fahrt auf, als wenige Stunden später weitere Bilder auftauchten. Kopite und sein Agent verließen gemeinsam die renommierte Osteria Nuova. Doch sie waren nicht allein. Das Duo wurde Berichten zufolge gemeinsam mit einer Delegation von Udinese Calcio gesichtet.

Zu diesem Zeitpunkt wollte noch niemand Stellung beziehen.

Heute herrscht Klarheit.

Udinese Calcio hat die Verpflichtung von Kopite als Interimstrainer bekanntgegeben. Laut Rahmenbedingungen die öffentlich gemacht wurden, wurde der Vertrag bewusst kurzfristig angelegt und läuft zunächst bis zum Saisonende. Der Wunsch wurde von Kopite selbst geäußert. Man möchte schauen, ob die zeitliche Verpflichtung die dieser Job mit sich bringt, zur aktuellen Situation passt.

Der Verein befindet sich in einer schwierigen Tabellenregion und benötigt in der zweiten Hälfte der Saison möglichst viele Punkte um raus aus dem Keller zu kommen. Langfristige Projekte oder umfangreiche Kaderumbauten stehen daher nicht im Vordergrund, doch genau diese Art von Herausforderung ist es, die Kopite immer gerne suchte.

Franco Soldati, Präsident des Vereins, setzt auf einen Trainer, der ohne lange Eingewöhnungsphase übernehmen kann.

Aus Vereinskreisen heißt es, dass die Gespräche in den vergangenen Tagen zügig verliefen. Beide Seiten seien sich schnell darüber einig gewesen, worum es gehe. Den Verein raus aus der Krise zu bringen und Punkte zu holen.

Für Kopite endet damit das Sabbatical früher als erwartet.

Auf seiner ersten Pressekonferenz winkte er die ganze Story ab und gab zu er war selbst überrascht.

"Die Wahrheit ist deutlich unspektakulärer als viele Geschichten, die inzwischen erzählt werden. Eigentlich war ich nur als Tourist in Turin. Mein Agent hat dann von der Trainersuche in Udine erfahren. Danach ging alles erstaunlich schnell."

Dass aus dem Kurztrip letztlich eine Anstellung in der Serie A entstehen würde, habe er nach eigenen Angaben nicht kommen sehen.

"Wenn mir jemand vor einer Woche gesagt hätte, dass ich heute hier sitze und EA FC 26 wieder installiert habe, hätte ich ihn vermutlich ausgelacht."

Auf die Frage nach seinen sportlichen Zielen blieb Kopite bewusst zurückhaltend.

"Der Anspruch ist zunächst, aus dem Keller herauszukommen, Stabilität zu finden und die verbleibenden Spiele ordentlich zu bestreiten."

"Mein Vertrag ist zunächst für diese Aufgabe ausgelegt. Danach setzen wir uns zusammen und schauen, ob beide Seiten weitermachen wollen. Im Moment denke ich ehrlich gesagt nur an das nächste Training und ob die Spiele in der Frist abgeliefert werden können. Zeit ist ein wichtiger Faktor, den ich zu schätzen gelernt habe."

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