Eliteserien, 7 Spieltag, 08.04.2026 10:59:32
Reporter: Rokko, wenn man auf die ersten 25 Minuten dieses Spiels schaut, dann traut man seinen Augen kaum – 6:0 nach nicht einmal einer halben Stunde. Was geht dir direkt nach Abpfiff durch den Kopf?
Rokko: Ehrlich gesagt vor allem Erleichterung. Nach dem Spiel gegen Molde war das heute extrem wichtig für uns. Wir wollten unbedingt eine Reaktion zeigen, und ich glaube, das ist uns gelungen. Aber ich will das direkt einordnen: So ein Spiel passiert nicht jede Woche. Da läuft einfach sehr viel in deine Richtung. Wir haben früh getroffen, waren extrem effizient – und dann entwickelt sich so ein Spiel natürlich in eine Richtung, die man vorher so nicht erwarten kann.
Reporter: Dieser Start war ja fast schon surreal. Sechs Tore in 23 Minuten – hast du sowas schon mal erlebt?
Rokko: In der Form tatsächlich selten. Also ich habe schon Spiele erlebt, wo es früh in eine Richtung geht, aber dass du wirklich jede Chance gefühlt reinmachst, das ist schon besonders. Und trotzdem bleibe ich dabei: Das ist kein Selbstläufer. Die Jungs haben das richtig gut gespielt, waren wach, haben die Räume genutzt. Das war kein Zufall, aber natürlich auch nicht der Normalfall.
Reporter: Du sprichst die Effizienz an. Moreira mit vier Toren in dieser Phase – das ist schon eine Ansage.
Rokko: Absolut, Duarte hat heute einen Sahnetag erwischt. Vier Tore in so kurzer Zeit, das ist überragend. Aber auch da gilt: Er profitiert vom Team. Die Vorlagen, die Laufwege, das Timing – das passt heute alles zusammen. Trotzdem, die Dinger musst du erstmal machen, und das hat er heute extrem stark gemacht.
Reporter: Auch Bojadžic und Svindland treffen früh. Hattest du das Gefühl, dass ihr Sarpsborg komplett überrollt habt?
Rokko: Ich glaube, wir haben sie in dieser Anfangsphase einfach kalt erwischt. Wir waren sofort da, haben Druck gemacht, haben die ersten Chancen genutzt – und dann gerät der Gegner natürlich ins Wanken. Das ist menschlich. Wenn du so früh mehrere Gegentore bekommst, wird es schwer, wieder Stabilität reinzubringen. Das haben wir ausgenutzt, aber ich habe großen Respekt davor, wie schwer es ist, in so einer Situation dagegenzuhalten.
Reporter: War das auch Teil eures Plans nach der Niederlage gegen Molde – direkt von Anfang an Vollgas?
Rokko: Ja, definitiv. Aber das ist es eigentlich immer - selten gehen wir mit der Marschrute ins Spiel, dass wir abwarten wollen. Nach so einer Niederlage besteht immer die Gefahr, dass du verunsichert bist. Deshalb war unser Ansatz klar: Aktiv sein, mutig sein, nach vorne spielen. Und wenn du dann früh triffst, hilft dir das natürlich enorm.
Reporter: Wenn man das große Ganze betrachtet: Nach der deutlichen Niederlage gegen Molde jetzt so eine Antwort – wie wichtig ist das für die Mannschaft?
Rokko: Extrem wichtig. Fußball ist ein Kopfspiel. Nach so einer Niederlage zweifelst du automatisch ein bisschen. Heute haben die Jungs gezeigt, dass sie reagieren können. Das gibt Selbstvertrauen zurück. Aber auch da gilt: Wir dürfen das nicht überbewerten. Es ist ein Schritt in die richtige Richtung, mehr nicht.
Reporter: Du wirkst sehr bedacht trotz dieses klaren Sieges.
Rokko: Ja, weil ich weiß, wie schnell sich Dinge im Fußball ändern können. Heute läuft alles für dich, im nächsten Spiel vielleicht gar nichts. Deshalb ist es wichtig, die Balance zu halten. Wir freuen uns über den Sieg, klar. Aber wir bleiben demütig und arbeiten weiter.
Reporter: Ein Wort noch zum Trainerkollegen edukat73.
Rokko: Ja, unbedingt. Ich habe großen Respekt vor ihm und seiner Arbeit. Ich weiß, dass seine Mannschaft deutlich mehr kann, als sie heute gezeigt hat. Solche Spiele gibt es leider. Ich wünsche ihm und seinem Team nur das Beste für die kommenden Aufgaben.
Reporter: Was nimmst du konkret aus diesem Spiel mit?
Rokko: Vor allem die ersten 25 Minuten. Diese Klarheit, diese Zielstrebigkeit, dieses Zusammenspiel – das war richtig gut. Wenn wir es schaffen, das auch in anderen Spielen phasenweise auf den Platz zu bringen, dann sind wir konkurrenzfähig. Aber das ist eben die Herausforderung: Konstanz.
Reporter: Hat dieses Spiel auch etwas mit euch als Mannschaft gemacht?
Rokko: Ich denke schon. Solche Spiele schweißen zusammen. Du merkst, was möglich ist, wenn alles passt. Aber gleichzeitig musst du aufpassen, dass du nicht abhebst. Es ist ein Spiel. Wichtig ist, was wir daraus machen.
Reporter: Wenn du auf die kommenden Wochen schaust – was erwartest du?
Rokko: Harte Arbeit. Es wird nicht einfacher. Die Gegner kennen uns, stellen sich darauf ein. Wir müssen Lösungen finden, variabel bleiben. Und vor allem: Wir müssen unsere Haltung behalten. Wenn wir das schaffen, bin ich optimistisch.
Reporter: Abschließend: Wie zufrieden bist du mit der Entwicklung deiner Mannschaft?
Rokko: Ich bin zufrieden, aber nicht satt. Wir haben Schritte gemacht, keine Frage. Aber wir sind noch lange nicht da, wo wir hinwollen. Es gibt immer Dinge, die wir verbessern können. Und genau daran werden wir arbeiten.
Reporter: Rokko, vielen Dank für deine Zeit.
Rokko: Sehr gerne.
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