Eredivisie, 18 Spieltag, 08.04.2026 10:58:17
Reporter: Rokko, wenn man auf die Anzeigetafel schaut, steht da ein klares 6:0 gegen AZ Alkmaar. Das wirkt nach einer Machtdemonstration – war es auch so deutlich, wie es das Ergebnis vermuten lässt?
Rokko: Puh, also erstmal muss man sagen: Das Ergebnis ist natürlich überragend, gar keine Frage. Aber ich bin immer vorsichtig mit solchen Begriffen wie Machtdemonstration. Wir haben heute einfach einen richtig guten Tag erwischt – und AZ eben einen, an dem vieles nicht funktioniert hat. Das gehört im Fußball dazu. Wir kommen brutal gut rein, machen früh das 1:0 und dann fällt vieles einfach in unsere Richtung. Aber ich werde mich hüten, das jetzt größer zu machen als es ist. Wir wissen ganz genau, wie schnell sich das wieder drehen kann. Zumal ich es selbst nur zu gut kenne, wenn man unter die Räder kommt, da braucht man sich das Geschwafel vom gegnerischen Trainer danach in einem Interview nicht geben.
Reporter: Dieser Start war wirklich beeindruckend. Bereits nach fünf Minuten das 1:0 durch Limbombe – war das genau der Plan?
Rokko: Ja, absolut. Wir wollten von Anfang an da sein, nicht abwarten, nicht reagieren, sondern selbst das Spiel bestimmen. Gerade nach den letzten Spielen, wo wir uns zwar Chancen erspielt haben, aber nicht immer die Erträge hatten, war es uns wichtig, direkt ein Zeichen zu setzen. Und wenn du dann so früh triffst, gibt dir das natürlich sofort Rückenwind. Du merkst: Okay, heute könnte was gehen.
Reporter: Und dieser Rückenwind hat euch dann durch die gesamte erste Halbzeit getragen. 5:0 zur Pause – das erlebt man auch nicht alle Tage.
Rokko: Nein, definitiv nicht. Das war schon eine besondere erste Halbzeit. Aber auch da muss man sagen: Es lief viel für uns. Wir waren extrem effizient. Die Jungs haben ihre Chancen konsequent genutzt, waren vor dem Tor eiskalt. Und gleichzeitig haben wir es geschafft, AZ gar nicht erst ins Spiel kommen zu lassen. Das war für mich eigentlich der entscheidende Punkt. Nicht nur die Tore, sondern wie wir gegen den Ball gearbeitet haben.
Reporter: Gerade Reine-Adélaïde hat heute herausgestochen mit drei Treffern. Wie bewertest du seine Leistung?
Rokko: Jeff war heute natürlich überragend, das kann man so sagen. Aber ich sehe das immer im Gesamtkontext. Klar, er macht die Tore, er steht im Fokus – aber die Vorarbeit, das Freilaufen, das Timing, das kommt alles aus dem Kollektiv. Trotzdem: Drei Tore, das ist stark, da gibt’s nichts zu diskutieren. Ich freue mich extrem für ihn, weil er auch in den letzten Spielen viel investiert hat.
Reporter: Auch Zeefuik mit einem Doppelpack, Limbombe trifft – das wirkt alles sehr eingespielt.
Rokko: Ja, das ist ein Prozess. Wir arbeiten viel daran, Abläufe zu automatisieren, dass die Jungs wissen, wo der Mitspieler steht, wie er sich bewegt. Und heute hat man das sehr gut gesehen. Die Laufwege haben gepasst, die Entscheidungen waren gut, die Abschlüsse sauber. Aber nochmal: Das ist nicht selbstverständlich. Es gibt auch Spiele, da funktioniert genau das nicht. Deshalb genießen wir das heute, aber bleiben auf dem Boden.
Reporter: Du hast es angesprochen: AZ kam kaum ins Spiel. War das eher eure Stärke oder deren Schwäche?
Rokko: Ich glaube, es ist immer eine Mischung. Wir haben es wirklich gut gemacht, haben früh gestört, waren aggressiv, haben wenig zugelassen. Aber natürlich muss man auch sagen: AZ hatte heute nicht ihren besten Tag. Und wenn dann beides zusammenkommt – du bist gut drauf und der Gegner nicht – dann entstehen solche Spiele. Wichtig ist für mich, dass wir unseren Teil dazu beigetragen haben.
Reporter: Gab es einen Moment im Spiel, wo du dachtest: Heute geht hier gar nichts mehr schief?
Rokko: Ehrlich gesagt, nein. Auch bei einem 3:0 oder 4:0 bleibe ich vorsichtig. Im Fußball (oder besser gesagt bei Fifa - und ja, ich werde es weiter so nennen, kann EAFC nichts abgewinnen) kann es schnell gehen. Ein Gegentor, ein Standard, ein individueller Fehler – und plötzlich kippt etwas. Klar, mit dem 5:0 zur Pause war das Spiel im Prinzip entschieden, aber ich habe den Jungs auch in der Halbzeit gesagt: Bleibt konzentriert, bleibt sauber. Macht nicht den Fehler, jetzt nachzulassen.
Reporter: Und das hat die Mannschaft umgesetzt. Direkt nach der Pause das 6:0.
Rokko: Genau, das war wichtig. Du kommst raus, setzt direkt wieder ein Zeichen. Damit nimmst du dem Gegner auch die letzte Hoffnung. Danach ging es dann eher darum, das Spiel kontrolliert zu Ende zu bringen, keine Verletzungen, keine unnötigen Karten. Das haben die Jungs gut gemacht.
Reporter: Du wirkst trotz des klaren Ergebnisses sehr ruhig und reflektiert. Fällt es schwer, sich da nicht mitreißen zu lassen?
Rokko: Natürlich freust du dich. Ich wäre ja kein Mensch, wenn mich das kalt lassen würde. Aber ich habe auch schon genug Spiele erlebt, in beide Richtungen. Wir hatten selbst Spiele, wo wir unter die Räder gekommen sind. Und genau deshalb bleibe ich da demütig. Heute war es top, morgen kann es ganz anders aussehen.
Reporter: Stichwort Entwicklung: Nach den letzten Spielen, wo ihr teilweise unglücklich Punkte liegen gelassen habt, war es in den beiden Spielen gegen AZ Alkmaar die richtige Antwort?
Rokko: Ich denke schon. Es war wichtig für die Köpfe. Wenn du Spiele hast, wo du eigentlich gut bist, aber dich nicht belohnst, dann nagt das irgendwann. Heute haben wir uns belohnt. Das gibt Selbstvertrauen. Aber wir dürfen jetzt nicht denken, dass alles automatisch weiterläuft. Wir müssen weiter hart arbeiten.
Reporter: Was nimmst du konkret aus diesem Spiel mit?
Rokko: Vor allem die Art und Weise, wie wir ins Spiel gekommen sind. Diese Intensität, diese Klarheit in den Aktionen – das ist der Maßstab. Wenn wir das regelmäßig auf den Platz bringen, dann sind wir schwer zu schlagen. Aber das ist eben die Herausforderung: Konstanz.
Reporter: Ein paar Worte zum Trainerkollegen edukat73?
Rokko: Ja, unbedingt. Großer Respekt an ihn und seine Mannschaft. Heute lief es für sie nicht optimal, aber dennoch blieb er respektvoll und seine Mannschaft hat es ordentlich über die Bühne gebracht. Ich wünsche ihm und seinem Team nur das Beste. Solche Spiele gehören dazu, auf beiden Seiten.
Reporter: Abschließend: Wie geht es jetzt weiter für euch?
Rokko: Wir genießen den Sieg heute, keine Frage. Aber morgen beginnt die Vorbereitung auf das nächste Spiel. Die Liga ist eng, die Gegner werden nicht einfacher. Wir bleiben bei uns, Schritt für Schritt - schauen von Spiel zu Spiel. Und wenn wir diese Haltung beibehalten, dann können wir uns noch auf ein paar schöne Spiele freuen.
Reporter: Rokko, vielen Dank für das Interview.
Rokko: Sehr gerne, danke dir!
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