Eliteserien, 3 Spieltag, 03.04.2026 11:34:53
Reporter: Rokko, 4:1-Auswärtssieg bei Tromsø. Nach dem Sieg zum Auftakt nun der nächste Dreier - war das Spiel so klar wie das Ergebnis im ersten Moment aussieht?
Rokko: Nein, überhaupt nicht. Das Ergebnis ist am Ende deutlich, aber das Spiel war über weite Strecken enger, als es die Zahlen sagen. Tromsø ist richtig gut reingekommen. Die ersten Minuten haben ganz klar ihnen gehört. Sie waren präsent, sie waren aggressiv in den Zweikämpfen und sie haben uns direkt unter Druck gesetzt. Dass sie früh in Führung gehen, war absolut verdient.
Reporter: Das 1:0 fällt schon in der fünften Minute. Hat euch das kalt erwischt?
Rokko: Ja, ein Stück weit schon. Wir waren in dieser Anfangsphase nicht richtig drin. Die Abstände haben nicht gepasst, wir waren zu passiv und haben zu große Lücken in der Defensive angeboten. Tromsø hat das gut gemacht, vor allem über die Flügel. Die Flanken waren richtig gefährlich. Und dann eben das frühe Tor - da kannst du nichts sagen, das war sauber herausgespielt.
Reporter: Du sprichst die Flanken an. Das wirkte über weite Strecken wie eine klare Waffe von Tromsø.
Rokko: Absolut. Das war beeindruckend. Die haben eine enorme Qualität bei Flanken und im Kopfballspiel. Da musst du permanent wach sein. Jeder Ball, der von außen reinkommt, kann gefährlich werden. Das hat uns Probleme bereitet. Wir mussten uns da erst drauf einstellen.
Reporter: Wie wichtig war dann der Ausgleich in der 16. Minute?
Rokko: Extrem wichtig. Das war so ein Moment, der das Spiel ein bisschen gedreht hat. Wir haben gemerkt, okay, wir sind jetzt drin. Der Treffer hat uns Ruhe gegeben. Und er kam genau zur richtigen Zeit. Wenn du da länger hinten liegst, wird es richtig unangenehm. So aber konnten wir uns stabilisieren.
Reporter: Danach hatte man das Gefühl, dass Bryne Schritt für Schritt mehr Kontrolle bekommt.
Rokko: Genau so war es. Wir haben uns reingearbeitet. Es war kein plötzlicher Umschwung, sondern eher ein laufender Prozess. Wir haben die Zweikämpfe besser angenommen, wir hatten mehr Zugriff im Mittelfeld. Und wir haben angefangen, selbst gefährlicher zu werden. Das Spiel wurde offener, aber ich hatte das Gefühl, dass es langsam in unsere Richtung kippt.
Reporter: In der zweiten Halbzeit fällt dann das 2:1 durch Moreira.
Rokko: Ja, das war ein ganz wichtiger Moment. Du gehst in Führung und merkst, dass der Gegner kurz schlucken muss. Tromsø hat viel investiert, gerade in der ersten Hälfte. Und dann bekommst du so ein Tor. Das hat uns in die Karten gespielt. Danach hatten wir mehr Räume, weil sie etwas öffnen mussten.
Reporter: Moreira erwischte allgemein ein gutes Spiel, erzielt im Laufe des Spiels einen Dreierpack. Was sagst du zu seiner Leistung?
Rokko: Überragend. Er war genau da, wo ein Stürmer sein muss. Er hat die Chancen genutzt, die sich ihm geboten haben. Und das ist am Ende der Unterschied in so einem Spiel. Tromsø hatte auch ihre Möglichkeiten, gerade über die Lufthoheit. Aber wir waren im Abschluss konsequenter. Und Moreira steht dann eben richtig.
Reporter: Das 3:1 durch Strunck in der 67. Minute brachte dann wahrscheinlich die Vorentscheidung.
Rokko: Ja, das war so ein Moment, wo du merkst, jetzt kippt es endgültig. Tromsø war zwar immer noch gefährlich, aber du hattest das Gefühl, dass wir das jetzt kontrollieren können. Wir waren stabiler, wir hatten die besseren Umschaltmomente. Und wir haben das Spiel dann auch ruhiger zu Ende gespielt.
Reporter: Trotzdem blieb Tromsø bis zum Schluss über die Flanken gefährlich.
Rokko: Definitiv. Das hat nie aufgehört. Selbst beim Stand von 3:1 oder 4:1 musst du da hellwach sein. Die haben eine klare Idee, und die ziehen sie durch. Das macht sie unangenehm. Wenn du da einmal nicht richtig stehst, kann es sofort klingeln.
Reporter: Das 4:1 in der 86. Minute setzt dann den Schlusspunkt.
Rokko: Genau. Das war dann natürlich schön für uns, weil es das Ergebnis nochmal deutlicher macht. Aber wie gesagt, das darf man nicht überbewerten. Das Spiel war enger. Wir haben es am Ende gut zu Ende gespielt, aber es war kein Spaziergang.
Reporter: Wie wichtig ist so ein Saisonstart?
Rokko: Sehr wichtig. Du willst gut reinkommen, du willst direkt ein Gefühl bekommen. Und das haben wir heute geschafft. Auch wenn nicht alles perfekt war, haben wir uns gesteigert und das Spiel gedreht. Das gibt Selbstvertrauen.
Reporter: Was hat dir besonders gefallen?
Rokko: Die Reaktion nach dem Rückstand. Das ist nicht selbstverständlich, gerade auswärts. Wir sind ruhig geblieben, wir haben weiter an uns geglaubt. Und wir haben Lösungen gefunden. Das war stark.
Reporter: Und was nimmst du kritisch mit?
Rokko: Die Anfangsphase. Da waren wir nicht da. Gegen andere Gegner kann das wehtun. Da müssen wir von Beginn an wacher sein. Und das Verteidigen von Flanken bleibt ein Thema. Das müssen wir uns nochmal genau anschauen.
Reporter: Wie schätzt du Tromsø insgesamt ein?
Rokko: Sehr unangenehm zu bespielen. Sie haben eine klare Spielidee, sie ziehen das durch. Vor allem über außen sind sie richtig stark. Ich glaube, die werden noch einigen Teams Probleme bereiten. Deshalb ist dieser Sieg für uns auch viel wert.
Reporter: Blick nach vorne. Was erwartest du von den nächsten Spielen?
Rokko: Schwierige Aufgaben. Das ist keine Liga, in der du irgendwas geschenkt bekommst. Wir müssen jedes Spiel ernst nehmen. Aber wir freuen uns drauf. So ein Start macht Lust auf mehr.
Reporter: Zum Abschluss. Was ist dein Gefühl nach diesem Spiel?
Rokko: Ich bin sehr zufrieden, aber auch demütig. Wir haben gewonnen, das ist wichtig. Aber wir wissen auch, dass wir uns steigern müssen. Wenn wir das schaffen, dann können wir eine gute Saison spielen.
Reporter: Danke dir, Rokko.
Rokko: Gerne.
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