Eliteserien, 16 Spieltag, 05.04.2026 23:55:58
Reporter: Rokko, erstmal Glückwunsch zu diesem torreichen Sieg! 6:3 – das klingt nach einem echten Spektakel. Wie ordnest du das Spiel ein?
Rokko: Danke dir! Ja, vom Ergebnis her sieht es natürlich nach einer klaren Sache aus – aber wenn ich ehrlich bin, war es das überhaupt nicht. Das war ein richtig schwieriges Spiel für uns. Mein Freund Joshua hat uns vor allem in der ersten Halbzeit ordentlich beschäftigt.
Reporter: Das überrascht bei sechs eigenen Toren. Was lief denn in der ersten Hälfte nicht so gut?
Rokko: Eigentlich fast alles. (lacht) Also, wir sind kaum aus der eigenen Hälfte rausgekommen. HamKam hat uns früh unter Druck gesetzt, war aggressiv in den Zweikämpfen und hat uns überhaupt nicht ins Spiel kommen lassen. Wir waren mehr mit Verteidigen beschäftigt als mit allem anderen.
Reporter: Trotzdem geht ihr mit einer 3:1-Führung in die Pause. Wie passt das zusammen?
Rokko: Das ist genau das Verrückte an diesem Spiel. Wir waren nicht die bessere Mannschaft, aber wir waren brutal effizient. Die wenigen Chancen, die wir hatten, haben wir konsequent genutzt. Das 1:0 durch Scriven hat uns ein bisschen Luft gegeben, aber vom Spielverlauf her war das eher schmeichelhaft.
Reporter: Dann der Ausgleich durch Gonstad – war das verdient?
Rokko: Ja, absolut. HamKam war zu dem Zeitpunkt klar besser. Das 1:1 war die logische Folge. Ich hatte eher das Gefühl, dass sie das Spiel komplett drehen könnten, wenn wir so weitermachen.
Reporter: Und dann diese verrückte Phase kurz vor der Pause – zwei Tore in kürzester Zeit zum 3:1. Was ist da passiert?
Rokko: Das war so ein Moment, den du dir manchmal nicht erklären kannst. Plötzlich klappt vorne alles. Erst Bojadžic, dann direkt wieder Scriven – und auf einmal steht es 3:1 für uns. Da haben wir ehrlich gesagt mehr aus unseren Chancen gemacht, als man erwarten konnte.
Reporter: Was hast du in der Halbzeit angesprochen? Zufrieden konntest du ja eigentlich nicht sein.
Rokko: Überhaupt nicht. Ich habe den Jungs ganz klar gesagt, dass das Ergebnis uns ein bisschen täuscht. Wir mussten unbedingt besser ins Spiel kommen, mehr Kontrolle bekommen und uns aus diesem Dauerdruck lösen. Sonst wäre das noch richtig unangenehm geworden.
Reporter: Und tatsächlich wirkte eure zweite Halbzeit deutlich stabiler. Woran lag das?
Rokko: Wir waren einfach präsenter. Besser in den Zweikämpfen, klarer in unseren Aktionen. Wir haben es geschafft, das Spiel mehr in ihre Hälfte zu verlagern. Dadurch hatten wir auch mehr eigene Ballbesitzphasen und konnten ein bisschen durchatmen.
Reporter: Trotzdem kommt HamKam nochmal ran – 3:2 durch Alan Cole in der 73. Minute. Kam da wieder Unruhe auf?
Rokko: Klar, so ein Tor macht immer nochmal was mit dir. Vor allem, weil wir wussten, wie stark sie heute sind. Da denkst du schon kurz: „Jetzt wird’s nochmal eng.“
Reporter: Aber eure Antwort kam prompt – zwei Tore in zwei Minuten zum 5:2. War das der Knackpunkt?
Rokko: Ja, definitiv. Erst das 4:2 durch Bojadžic und dann direkt Strunck mit dem nächsten Treffer – das hat uns extrem geholfen. In so einer Phase brauchst du genau diese Reaktion. Das hat dem Gegner natürlich auch ein bisschen den Stecker gezogen.
Reporter: Sanel Bojadžic mit einem Dreierpack – der Mann des Spiels?
Rokko: Kann man so sagen, ja. Drei Tore sprechen für sich. Aber auch hier wieder: Es war nicht nur er allein, sondern das Zusammenspiel. Trotzdem – wenn jemand dreimal trifft, dann hat er sich das Lob verdient.
Reporter: Trotz allem – du hast es schon angedeutet: Über 90 Minuten wart ihr nicht unbedingt die bessere Mannschaft.
Rokko: Nein, ganz klar nicht. Wenn man ehrlich ist, war HamKam über weite Strecken besser. Sie haben uns das Leben extrem schwer gemacht. Aber Fußball wird nun mal über Tore entschieden – und da waren wir heute einfach effektiver.
Reporter: Kann man sagen: Die Effizienz hat euch heute den Sieg gerettet?
Rokko: Zu 100 Prozent. Ohne diese Kaltschnäuzigkeit vorne gewinnen wir das Spiel nicht. Da müssen wir auch ehrlich sein. Heute hat uns das ein bisschen den… ich sag mal… den Arsch gerettet. (lacht)
Reporter: (lacht) Ehrliche Worte! Wie wichtig ist so ein Spiel für die Entwicklung deiner Mannschaft?
Rokko: Sehr wichtig. Nicht nur die schönen, dominanten Siege bringen dich weiter, sondern auch solche Spiele, in denen du leidest und trotzdem gewinnst. Das schweißt zusammen und zeigt dir, dass du auch schwierige Situationen überstehen kannst.
Reporter: Und wieder ein Duell gegen deinen Freund Joshua – diesmal mit vielen Toren. Wie hast du ihn heute erlebt?
Rokko: Stark, wirklich. Seine Mannschaft war top eingestellt. Ich glaube, er kann trotz der Niederlage zufrieden sein mit der Leistung. Wir wissen beide, wie Fußball manchmal läuft.
Reporter: Was würdest du ihm nach diesem Spiel mitgeben?
Rokko: Dass er genau so weitermachen soll. Wenn seine Mannschaft weiter so spielt, werden die Ergebnisse auch kommen. Da bin ich mir sicher.
Reporter: Letzte Frage: Nimmst du eher das Ergebnis oder die Leistung mit?
Rokko: Heute ganz klar das Ergebnis. (lacht) An der Leistung müssen wir noch arbeiten, aber die drei Punkte nimmt dir keiner mehr weg.
Reporter: Rokko, danke dir für das offene Gespräch!
Rokko: Danke dir, hat Spaß gemacht!
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