Eliteserien, 2 Spieltag, 12.04.2026 21:31:29
GG, Starke auswärts Partie von Bodö. Obwohl na hier auch mit einem 2 zu 2 hätte leben können gelingt ein Sieg gegen Trainer Rokko was in der Town Historie ein Premiere darstellt. In all den vielen Town Jahren gelang dies noch nie. War mir wie immer eine Ehre. Alles Gute und viel Erfolg weiterhin nach Bryne.
Dirk große Schlarmann: Rokko, ich sag dir ehrlich – wenn man nur aufs Ergebnis schaut, denkt man sich: „Enges Ding, vielleicht sogar unglücklich verloren.“ Aber wenn man das Spiel gesehen hat, hatte man schon das Gefühl, dass Bodø euch vor allem in der ersten Halbzeit ziemlich im Griff hatte. Täuscht der Eindruck?
Rokko: Nee, der täuscht überhaupt nicht. Das ist ziemlich genau das, was auch auf dem Platz passiert ist. Wir sind überhaupt nicht reingekommen, hatten zwar den Ball, aber wussten ehrlich gesagt nicht so richtig, was wir damit anfangen sollen. Und Bodø hat das sehr gut gemacht, die haben uns immer wieder vor Probleme gestellt, waren aggressiv, klar in ihren Aktionen. Das war schon stark.
Dirk große Schlarmann: Gerade dieses „viel Ballbesitz, aber wenig Ertrag“ – das sieht man ja öfter mal. Woran lag das heute konkret? War es fehlende Bewegung, fehlende Tiefe, oder einfach ein richtig gut verteidigender Gegner?
Rokko: Ich würde sagen, von allem ein bisschen. Wir waren zu statisch, zu wenig mutig in den Läufen in die Tiefe. Und dann kommt eben dazu, dass der Gegner genau darauf vorbereitet ist. Die haben die Räume eng gemacht, haben uns nach außen gedrängt. Und dann spielst du zwar den Ball hin und her, aber wirst halt nicht gefährlich. Und das ist am Ende das, was zählt.
Dirk große Schlarmann: Dann kriegst du relativ früh das 0:1 und später das 0:2 – beides auch sauber rausgespielt. War das so ein Moment, wo du an der Seitenlinie denkst: „Heute wird’s richtig eklig“?
Rokko: Ja, absolut. Vor allem, weil es nicht so war, dass wir gesagt haben: „Okay, blöd gelaufen, wir sind trotzdem drin.“ Nee, wir waren eben nicht drin. Und wenn du dann gegen so eine Mannschaft spielst, die ihre Chancen nutzt, wird es schwer. Das 0:2 war dann natürlich nochmal ein richtiger Dämpfer.
Dirk große Schlarmann: Ich hatte so ein bisschen das Gefühl, dass euch genau das gefehlt hat, was Bodø ausgezeichnet hat – diese Klarheit im letzten Drittel. Würdest du das unterschreiben?
Rokko: Ja, zu hundert Prozent. Die wussten genau, wann sie den Ball tief spielen, wann sie abschließen, wann sie nochmal querlegen. Und wir waren da einfach zu ungenau, zu zögerlich. Da fehlt dann manchmal auch einfach der Mut, den letzten Pass zu spielen oder selbst abzuschließen.
Dirk große Schlarmann: Dann kommt ihr aber aus der Kabine und bist plötzlich eine andere Mannschaft. Mehr Druck, mehr Zug zum Tor, das 1:2 relativ früh. Was hast du in der Halbzeit gesagt?
Rokko: Ich glaube, es ging gar nicht um große taktische Dinge. Klar, wir haben ein bisschen was angepasst, aber vor allem ging es darum, mutiger zu werden. Einfach klarer spielen, nicht immer den sicheren Ball suchen. Und die Jungs haben das dann auch umgesetzt, das war gut zu sehen.
Dirk große Schlarmann: Und dann hattest du so eine Phase, wo man dachte: „Jetzt kippt das vielleicht.“ War das auch dein Gefühl?
Rokko: Ja, das war unsere beste Phase im Spiel. Da waren wir griffig, da haben wir den Gegner auch mal hinten reingedrückt. Und genau da musst du dann eigentlich das 2:2 machen. Das haben wir verpasst, und das ist dann eben bitter.
Dirk große Schlarmann: Stattdessen kriegst du das 1:3. Ich glaube, das war so ein klassischer Wirkungstreffer, oder?
Rokko: Ja, das war richtig hart. Weil du investierst viel, bist gerade dran, das Spiel vielleicht zu drehen – und dann kassierst du so ein Tor. Das zieht dir erstmal ein bisschen den Stecker. Trotzdem muss ich sagen, dass die Jungs danach nicht aufgegeben haben.
Dirk große Schlarmann: Genau, ihr kommt ja nochmal zurück, macht spät das 2:3. Ganz ehrlich: In dem Moment glaubst du doch nochmal dran, oder?
Rokko: Klar, in dem Moment denkst du: „Komm, vielleicht geht noch was.“ Aber wenn man ehrlich ist, war die Zeit dann einfach zu knapp. Und Bodø hat das auch gut runtergespielt.
Dirk große Schlarmann: Wenn wir das Spiel mal ganz nüchtern bewerten – du hast es schon angedeutet – geht der Sieg für Bodø in Ordnung?
Rokko: Ja, das muss man so sagen. Auch wenn es weh tut. Über 90 Minuten waren sie die bessere Mannschaft, vor allem in der ersten Halbzeit. Wir hatten unsere Momente, aber insgesamt war das zu wenig.
Dirk große Schlarmann: Du kennst ja solche Spiele – erst schwach, dann gut reingekämpft, aber am Ende reicht es nicht. Ist das eher frustrierend oder überwiegt das Gefühl, dass man zumindest reagiert hat?
Rokko: Es ist beides. Natürlich ärgert man sich über die erste Halbzeit, weil wir es besser können. Aber ich finde es auch wichtig zu sehen, dass die Mannschaft reagiert hat. Dass sie nicht auseinanderfällt, sondern nochmal zurückkommt. Das ist ein gutes Zeichen.
Dirk große Schlarmann: Lass uns noch kurz über deinen Trainerkollegen sprechen. Das war schon ein richtig starker Auftritt, oder?
Rokko: Absolut. Ich habe ihm nach dem Spiel auch gratuliert. Seine Mannschaft war top eingestellt, sehr diszipliniert und gleichzeitig immer gefährlich. Das war wirklich beeindruckend. Da sieht man, wie gut er arbeitet.
Dirk große Schlarmann: Jetzt bist du jemand, der Dinge gerne einordnet – ohne zu übertreiben. Was nimmst du konkret aus diesem Spiel mit?
Rokko: Dass wir von Anfang an da sein müssen. Gerade gegen solche Gegner kannst du dir keine 45 Minuten erlauben, in denen du nicht richtig im Spiel bist. Und dass wir im letzten Drittel klarer werden müssen. Da war heute einfach zu wenig.
Dirk große Schlarmann: Und wie gehst du jetzt mit der Mannschaft um? Viel analysieren oder eher abhaken?
Rokko: Eine Mischung. Wir schauen uns das an, sprechen die Dinge an, die nicht gut waren. Aber dann geht’s auch weiter. Es bringt nichts, sich da ewig dran aufzuhalten.
Dirk große Schlarmann: Letzte Frage, Rokko: Trotz Niederlage – hast du das Gefühl, dass deine Mannschaft auf dem richtigen Weg ist?
Rokko: Ja, das habe ich. Auch wenn es heute nicht gereicht hat. Die zweite Halbzeit zeigt, was möglich ist. Jetzt geht es darum, das über 90 Minuten auf den Platz zu bringen.
Dirk große Schlarmann: Rokko, danke dir für deine offenen Worte.
Rokko: Sehr gerne, danke dir!
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